30. Oktober 2012  

Nur ein Aufsteiger auf zehn Absteiger – gegliedertes Schulsystem in Niedersachsen verbaut Chancen

Laut einer heute vorgestellten Studie der Bertelsmannstiftung geht es für die deutliche Mehrheit der Schülerinnen und Schüler, die die Schulform wechseln, beim Wechsel bergab. Demnach sollen bundesweit fast doppelt so viele Schülerinnen und Schüler ab- als aufgestiegen sein, also zum Beispiel vom Gymnasium auf die Real- oder Hauptschule gewechselt sein. In Niedersachsen sei das Verhältnis noch wesentlich schlechter. Hier kommen auf eine Aufsteigerin bzw. einen Aufsteiger sogar zehn Absteigerinnen und Absteiger. Niedersachsen ist damit absolutes Schlusslicht unter den 16 Bundesländern.

Die Studie zeigt damit einmal mehr auf, dass das gegliederte Schulsystem Bildungschancen verbaut. Der Weg nach oben steht nur wenigen offen, nach unten geht es dafür viel zu oft. Für Niedersachsen wird es Zeit, dass die Diskriminierung der weitaus besser nach oben durchlässigen integrierten Gesamtschulen (IGS) endlich beendet wird. Bislang behindert die schwarz-gelbe Landesregierung die Gründung neuer Gesamtschulen durch hohe Auflagen, während so ein sinnloses und schönmalerisches Konstrukt wie die „Oberschule“ gefördert wird.

Die Gleichstellung der Gesamtschule gegenüber den anderen weiterführenden Schulformen ist und bleibt daher ein wichtiges Ziel der LINKEN in Niedersachsen. Damit würde man dann auch endlich dem Willen vieler Eltern gerecht, die ihre Kinder auf eine Gesamtschule schicken wollen, bislang aber oft keinen Platz bekommen. In Braunschweig hat sich die Lage mit dem Start der fünften IGS, die von der LINKEN maßgeblich unterstützt wurde, bereits ein wenig gebessert. Wir plädieren jedoch weiterhin für eine sechste IGS – Interesse daran ist auch bei den Eltern mehr als ausreichend vorhanden!

 

Andre Patrick Fricke

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